Buchverkauf beim “Learning Day” und 1. Clydesdale Hengstkörung in Deutschland

Auf der schwäbischen Alb gab es in diesem Jahr die zweite Gelegenheit mehr über das Vorbereiten und Vorführen eines Shire Horse und Clydesdale zu lernen. Auf der Stonefield Farm in Steinheim (aka Dudelhof Shire Horse Team) wurde, wie in den Jahren zuvor, geflochten und gewaschen was das Zeug hält. Züchterin und Richterin Karin Anger-Marx und ihr fantastisches Team haben es erneut geschafft den vielen Anwesenden neue Blicke zu öffnen und das notwendige Handwerkszeug beizubringen. Auch hier konnten die Teilnehmer Bücher direkt vor Ort erwerben.

Buchverkauf bei “Pimp my Shire”

Zum mittlerweile 10. Mal lud die Shire Connection Schönborn nach Katzwinkel ins Siegerland. Beim Workshop “Pimp my Shire” trafen sich erneut Anfänger, Fortgeschrittene und Profis, um die hohe Kunst des Vorbereitens für eine Zuchtschau lernen und lehren zu dürfen. Neben dem praktischen Teil mit Übungen gibt es immer einen theoretischen Teil. Dieses Jahr erfuhren die Teilnehmer vom Shire Horse Züchter und Richter Theo Bungert weitreichende Hintergünde und Hinweise worauf ein Richter achtet. Ergänzend gab es Vorträge zu den Themen Entwurmung und Ernährung. Auch mein Buch konnte vor Ort erworben werden. Abends ließ man den Tag bei kühlen Getränken, Grillgut und viel Salat ausklingen.

Alles in allem wie immer eine gelungene Veranstaltung, die absolut empfehlenswert ist.

Moderne Zeiten – bargeldlos bezahlen

Sum Up Logos Kartenanbieter e-Payment

Ja, ab sofort kann man bei mir auch auf Messen oder Veranstaltungen bargeldlos bezahlen. Moderne Technik macht es möglich. Wer sein Buch gleich mitnehmen möchte, aber nicht bar zahlen möchte, kann dies nun auch mit Karte oder Smartphone tun. Mein mobiles Kästchen – sorry: e-Payment Terminal – akzeptiert die gängigsten Bezahlsysteme (Kontaktlos/NFS, Chip & Pinkarten, Apply Pay/Google Pay). Ich freue mich auf euch bei einer der kommenden Veranstaltungen.

simpel online

Pimp my Shire und Learning Days

Zur Vorbereitung auf eine Shire Horse Zuchtschau oder um einfach mehr Wissen über seine Lieblingsrasse aufzuschnappen, fragt man am besten jemanden, der sich auskennt. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Die Antwort lautet: besuche Pimp my Shire und Learning Days!

Dieses Jahr ist das ganz einfach: es gibt drei solche Veranstaltungen! Regional verteilt in Deutschland. Da findet sich für jeden eine Gelegenheit. Bei Interesse einfach den jeweiligen Anbieter kontaktieren und gemeinsam Spaß haben. Ich werde auf zwei der Veranstaltungen vor Ort sein und mein Buch verkaufen, auf einer werden einige Bücher in meinem Namen vor Ort verkauft. Vielen Dank dafür, Christian!

Ihr findet die Termine hier im Blog bei den Events. Auf die Schnelle helfen diese drei Links zu den Veranstaltungen in zeitlicher Reihenfolge:

25. Mai / Seulingen (nähe Göttingen), bei Oakstead Shire
Learning Day und Stammtisch

06. Juli / Katzwinkel/Sieg (Siegerland), bei Shire Connection Schönborn
Pimp My Shire mit anschließendem Grillen

27. Juli / Steinheim (Schwäbische Alb), bei Dudelhof Shire
Learning Day und Clydesdale Hengstkörung

Buchvorstellung

The Medieval Horse and its Equipment (sehr klein)

Das mittelalterliche Pferd und seine Ausrüstung

Sowohl die Schlachtrösser der Ritter, als auch die vielen Nutz- und Lasttiere zeigen: Pferde spielten im Mittelalter eine große Rolle. Die Fülle mittelalterlicher Funde der Ausgrabungen in und um London der vergangenen 1970’er und 1980’er Jahre brachten viele Artefakte hervor. Viele davon können Pferden zugeordnet werden. Über 400 dieser Objekte werden in dem hier beschriebenen Buch exakt beschrieben und in den historischen Kontext gesetzt. Durch detailreiche Bilder und Beschreibungen lassen sich die Objekte vergleichbaren, modernen Ausrüstungsgegenständen gut gegenüber stellen. Es deckt den Zeitraum der Jahre von 1150 bis 1450 ab. Anhand von Knochen- und Skelettfunden beschreibt es die Pferde in Funktion und Größe und geht sehr detailliert auf das gefundene Zubehör ein. Themen sind u.a. Zaumzeug, Trensen, Gebisse, Steigbügel, Hufeisen und Zubehör der Schmiede, Sporen und Riemen, sowie Striegel und Pflegeprodukte.

Was macht das Buch so interessant?

Große Pferde haben eine lange Historie in der Nutzung durch Menschen. Die Vorfahren der heutigen großen Kaltblutrassen Shire Horse und Clydesdale wurden im Mittelalter als Kriegswaffe bspw. als “Ritterpferde” eingesetzt. Für Liebhaber dieser Rassen bietet das Buch einen einmaligen Blick in die Geschichte. Wie war es wirklich bei den Rittersleuten in England? Sehr ernüchternd lernen wir, dass einige Mythen über die “Giant Horses” überdacht werden müssen. Bspw. zeigt sich, dass damalige “große” Kriegspferde eine Widerristhöhe von etwa 15 hands (ca. 153 cm) hatten. Ebenso lernen wir, dass unsere Ahnen bereits sehr viel Wissen und handwerkliches Geschick für sinnvolle Ausrüstungsgegenstände hatten. Vieles unterscheidet sich heute kaum von den Versionen des Mittelalters. Neben den gefundenen Ausgrabungsgegenständen zieht das Buch weitere schriftliche und bildhafte Quellen hinzu. So entsteht ein sehr genaues Bild dieser Zeit und dem Pferdegebrauch.

Wo findet man das Buch?

Das “Museum of London” hat das Buch erstmals 1995 herausgebracht. Der Autor John Clark (Senior Kurator des Museums) führt sehr detailreich die Erkenntnisse des Museums und der beteiligten Wissenschaftler und Archäologen zusammen. 2004 wurde es in neuer Auflage herausgebracht. Seit 2011 ist es auch als Paperback erhältlich.

Quelle:
The Medieval Horse and its Equipment, c.1150-1450 (Medieval Finds from Excavations in London, Band 5), Boydell & Brewer Ltd

Equitana Perlen 2019

(c) Reed Exhibition

Die alle zwei Jahre in Essen stattfindende Equitana bietet erfahrungsgemäß Massenware für Massenpublikum. Für Besitzer von Ponies, Dressur-Warmblütern, Oldenburger Springern oder Western-Quarterhorses ein wahres Eldorado mit Kaufrauschgefahr. Der geneigte Kaltblutbesitzer geht dabei in aller Regel eher leer aus.

Equitana 2019
Equitana 2019
Equitana 2019
(c) Equitana, Reed Exhibition

Daher habe ich diese Jahr gar nicht erst versucht Equipment in passenden Größen vor Ort zu finden. Die in Szene-Kreisen bekannten und zum Glück zahlreicher werdenden Spezialisten und Online-Shops bieten ausreichend Ware an. Alternativ habe ich versucht dieses Jahr die berühmten Perlen für uns Kaltblut-Fans zu finden. Meine Auswahl ist sicher subjektiv und nicht allumfassend, aber durchaus interessant. So, hier sind meine vier Equitana Highlights aus 2019:

Cumbrian Heavy Horses – oder Reiter-Urlaub bei Freunden

Wer schon immer mal im Land der Clydesdales und Shire Horses Urlaub machen wollte, aber ohne Pferd nicht glücklich wird, sollte dringend auf der Webseite von Cumbrian Heavy Horses aufschlagen. Im Nordwesten Englands, nahe zum Meer gelegen und dicht am Lake District National Park, bietet die Baystone Bank Farm Urlaubern Reiterferien auf Kaltblütern an. In atemberaubender Landschaft gibt es Touren am Strand, im nahen Naturpark oder gleich in die Fells. Unterkunft ist auf dem nahe gelegenen Campingplatz ganzjährig möglich.

Die Qualität der angebotenen Leistungen wurde durch viele Preise und Auszeichnungen mehrfach bestätigt, bspw. durch die British Horse Society, etwa mit der FN in Deutschland zu vergleichen. Wer seinem Schulenglisch nicht mehr vertraut kann sich an deutschsprachige Unterstützer wenden.

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(c) Cumbrian Heavy Horses

Entspannung und Training – oder was wackelnder Boden mit Gesundheit zu tun hat

Sure Foot – Equine Stability Program ist auf den ersten Blick etwas merkwürdig. Da stehen Pferde auf wackeligen Schaumstoffplatten. Und bewegen sich nicht. Soll aber entspannen und trainieren. Mein fragender Blick am Stand lockte auch gleich die Erfinderin an. Ehe ich mich versah stand ich selber auf den Dingern und merkte: Hoppla, das ist ja richtig anstrengend! Die etwa DINA4 großen und zwischen 4 und 6 Zentimeter dicken Blöcke aus verschiedenen Schaumstoffen in unterschiedlichen Härten zwingen den Nutzer zu ständigen winzigen Ausgleichsbewegungen.

Mittlerweile habe ich ein wenig recherchiert und muss feststellen, dass nicht wenige Nutzer darauf schwören. Sogar Schmiede/Hufbearbeiter nutzen spezielle für diesen Zweck gestaltete Platten, um unruhige Pferde zu beruhigen. Die Pferde müssen sich intensiv auf ihren Stand konzentrieren, so dass sie quasi nicht mehr dazu kommen, den Schmied zu ärgern. Ich sage nur “Don’t eat the Schmied”…

Laut Hersteller unterstützen die Platten bei degenerativen Erkrankungen, bspw. Arthrose, in der Rekonvaleszenz und helfen gesunden Pferden Leistung zu steigern und entspannter zu trainieren. Wer mehr dazu erfahren möchte, wendet sich am besten an einen der empfohlenen Trainer oder Therapeuten, um das betroffene Pferd und Besitzer an die Methode der heranzuführen.

Sure Foot
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(c) Murdoch Method Germany

Dein Pferd bekommt nachts eine Kolik und das Handy alarmiert dich umgehend und rechtzeitig

“Das wäre mal eine tolle Erfindung…” wünscht sich jeder Pferdebesitzer der eine Kolik seines besten Freundes miterleben musste. Denn nur die rechtzeitig und umgehend eingeleitete Behandlung kann Klinikaufenthalte meiden und Leben retten.

Aber halt, das ist dich gar kein Wunsch mehr, das gibt es tatsächlich! Colicheck heißt das Wunder, das vor kurzem auf den Markt kam. Wenn Ingenieure, Tierärzte und eine Tierklinik nicht locker lassen und lange tüfteln, entstehen nützliche Erfindungen. Aus der Praxis, für die Praxis.

Das Pferd bekommt abends eine spezielle, kleine Manschette aus Neopren mit der darin verpackten Elektronik um ein Röhrbein gelegt. Dort bleibt sie sicher, stört nicht und engt das Pferd nicht ein. Die Elektronik ist kleiner als eine Zigarettenschachtel und per GSM Funk mit der der Cloud von colicheck verbunden. Wird eine bedrohliche Situation erkannt, kommt umgehend ein Alarm aufs Handy über die dort installierte App.

Die Erkennungsrate liegt bei fast 100%, im klinischen Test bei über 400 Pferden gab es keine Fehlalarme, so der Hersteller. Anhand der für Koliken typischen Bewegungsmuster können unruhig werdende Pferde sicher erkannt werden. In der langen Testphase wurde auf diese Weise sogar ein Stallbrand rechtzeitig bemerkt.

Wer ein Kolik-gefährdetes Pferd hat, wird fortan nun viel ruhiger schlafen können.

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(c) ColiCheck

Was hilft gut bei Mauke? Salzwasser-Bäder.

Kaltes Salzwasser ist bei Kaltblutpferden in küstennahen Gebieten seit Jahrhunderten ein Hausmittel, um Mauke vorzubeugen oder zu heilen.

“Ja toll. Und was nützt mir das?” fragen sich nun zurecht alle Mauke-geplagten Pferdebesitzer jenseits der Küstenregionen. Doch nun gibt es eine Möglichkeit auch im Binnenland kaltes Salzwasser als Therapie zu nutzen. Denn es hilft nicht nur bei besagter Mauke, sondern ist eine sehr vielseitige physikalische Therapie bei vielen Arten von Beinverletzungen. Großflächig genähte Verletzungen, Sehnen- und Bänderverletzungen, Hufrehe, entzündliche Gelenke oder Weichgewebeverletzungen lassen sich mit der Hydro-Kryo-Therapie lindern. Aber auch zur aktiven Erholung von Sport- oder Arbeitspferden lässt sie sich nutzen.

Die Fa. CET Equine Spas bietet neben großen, stationären Systeme auch kleine, mobile Systeme an. Bei allen Systemen wird das Wasser stark herabgekühlt, wirkungsvoll desinfiziert und bei Bedarf in intensive Bewegung versetzt. Die Pferde stehen still und werden durch das bewegte, kalte (bei Bedarf auch stark salzige) Wasser therapiert.

Die zugegebenermaßen nicht preiswerten Systeme eignen sich daher gut für große Stallgemeinschaften oder Kliniken. Aber bei Rehe oder starker Mauke ist der Weg in die nächste Therapiestation häufig näher als der Weg zur Küste…

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(c) CET Ltd.

So, ich hoffe für den einen oder anderen Besitzer von Shire Horse, Clydesdale oder anderen wunderbaren Kaltblutrassen war diese Jahr etwas in der Auswahl dabei. Falls Ihr noch weitere tolle, neue Produkte kennt, die für die Dicken konzipiert sind oder diese unterstützen, denn meldet euch gerne bei mir.

Jahresrückblick 2018

Alles Gute für 2019

Liebe Freunde, liebe Pferdeliebhaber, liebe Leser,

erstaunt stelle ich fest, dass das Jahr 2018 fast schon wieder vorbei ist. Rückblickend war es für diesen Blog und das Buch über die wundervollen Rassen Shire Horse und Clydesdale ein sehr aufregendes und spannendes Jahr. Von den Sorgen inhaltlich zu flach zu werden, über die leider gescheiterten Versuche per Crowdfunding eine Finanzierung zu erlangen, die Freude und Frust das Buch zu layouten und mit Fotos anzureichern, der Termindruck zum ersten Verkaufstermin zur Bundeszuchtschau in Leverkusen inkl. technische Probleme der Druckerei und einer verzögerten Lieferung, gab es viele Hochs und Tiefs. Über den dicken Daumen gerechnet stecken in dem Buch deutlich über 1000 Stunden Arbeit, Hoffnung, Schweiß, Sorgen und viel Freude.

Erste Gedanken und Ideen

Am Anfang stand die spinnerte Idee, dass für den deutschsprachigen Raum ein vernünftiges Buch über diese beiden Rassen existieren müsse. Aus dem Feedback erster Texte, die ich in der “Starke Pferde” und den “Shire Horse Nachrichten” veröffentlichte, kam der Gedanke daraus mehr zu machen. Ich kann bei weitem nicht alle Themengebiete mit eigenem Know-How abdecken, da bin ich ganz ehrlich. Im Laufe der vergangenen Jahre durfte ich jedoch viele Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet kennen lernen. Mit ihnen zusammen war es möglich die für solch ein Projekt notwendige inhaltliche Tiefe zu erlangen. Auf einer in Kürze hinzukommenden Seite hier im Blog werde ich euch die einzelnen Experten näher vorstellen.

Die Arbeit

Im Januar stand bereits ein Teil der Texte, das Layout war ganz grob geplant und ich hatte noch überhaupt keine Idee, wie dieses Projekt jemals fertig aussehen würde. Ganz zu schweigen, wie es sich finanzieren und tragen könne. Eins war aber klar: ich muss das Buch irgendwann verkaufen können. Verlage hatten aufgrund der geringen Auflage wenig Interesse. Ich wollte die Gestaltung des Buches aber auch nicht komplett in fremde Hände legen. Nach ein wenig Recherche im Internet reifte der Entschluss: selbst ist der Mann, bzw. der Eigenverlag. Im Mai startete ich eine Crowdfunding Aktion mit dem Ziel darüber die Produktion des Buches zu stemmen. Leider scheiterte das Funding, ich habe es nicht geschafft ausreichend viele Unterstützer zu finden. Letztendlich fand ich eine andere Möglichkeit die Kosten der ersten Produktion zu stemmen.

Das Buch war im Sommer inhaltlich fast fertig gestellt und eine klassische Projektweißheit wurde wieder bestätigt: Pareto hat Recht. Die letzten 20% des Buches verbrauchten gefühlt 80% der Zeit. Das Layout nahm doch mehr Zeit in Anspruch als ich dachte, aber mein Anspruch war es , neben dem Inhalt auch etwas für das Auge zu bieten. An dieser Stelle ein großes Dankeschön in Richtung der Fotografen!

Blog und Online-Shop

Ich entschied mich gegen eine Listung bei Amazon oder im klassischen Buchhandel (“Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB)”), nachdem ich die Gebühren und Rabatte gesehen habe, die ich dafür abgeben müsste. Durch die  geringe Auflage des Buches deckten sich die Kosten nicht. Also musste eine Alternative her. Da ich auf Dauer eh über einen Blog zum Buch nachdachte, kam recht bald der Entschluss mit WordPress und WooCommerce einen eigenen Online-Shop zu starten. Ich war erstaunt wie schnell und einfach damit ein Blog inkl. eigenem Shopsystem und Anbindung elektronischer Zahlung möglich ist.

Der Verkauf ging los

Die Bundeszuchtschau war der Startschuss für den Verkauf, damit liegt dank gesetzlicher Buchpreisbindung auch der Preis für das Buch verbindlich fest. Lediglich im Vorverkauf hatte ich die Möglichkeit Rabatte anzubieten. Die meiste Werbung für das Buch erfolgt hautpsächlich in den sozialen Medien (Facebook und Instagram). Seit kurzem ist das Buch dankenswerterweise auch beim Starke Pferde Verlag erhältlich, wodurch sich der Kundenkreis spürbar verbreiterte.

Fazit

Ich möchte mich vor allem für die großartige Unterstützung enger Freunde bedanken, die mir viele Möglichkeiten boten das Buch bewerben und verkaufen zu können. Ohne all die Messeauftritte, Zuchtschauen, Tage der offenen Türen, Stammtische und Seminare wäre das Buch noch lange nicht so bekannt. Vielen Dank!

Ich bin immer noch tief beeindruckt von Eurem unglaublichen Feedback! Das viele Lob, die konstruktive Kritik und die ermunternden Worte haben mich tief berührt.

Was kommt?

Für das Jahr 2019 habe ich wieder ganz viele Ideen rund um “Literatur” zu unseren Lieblingsthemen. Mehr verrate ich Euch, wenn es konkret wird. In der kurzfristigen Pipeline liegen zwei neue Blog Beiträge. Zum einen der schon versprochene zweite Beitrag zum Thema Mauke und der näheren Betrachtung was hinter dem “Chronisch progressivem Lymphödem (CPL)” steckt. Dann war ich wieder unterwegs für euch, um unser Wissen über passende Sättel zu vertiefen: die Firma Zeitler widmete mir sehr viel Zeit und stellte uns ihre Marke Massimo Sattel genauer vor.

Bleibt gespannt, macht nichts, was ich nicht auch tun würde, habt eine frohe Weihnacht und kommt gut in das neue Jahr 2019.

Euer Boris

Messe Hund&Pferd 2018

Abschluss-Foto auf der Hund&Pferd 2018

Die Messe Hund&Pferd 2018 war recht erfolgreich. Vielen Danke an meine Freunde der Shire Connection Schönborn und allen Helfern, dass ich euch erneut auf der Messe begleiten konnte. Hat mal wieder eine Menge Spaß gemacht und ich konnte viele wunderbare Menschen kennen lernen. Ein großes Dankeschön an die Käufer der Bücher auf der Messe.

Auf der Foto Aktionsfläche nebenan begeisterten Youtuber/innen ihre Fans, die teilweise bis zu einer Stunde in der Schlange standen. Hier die Youtuberin Anja Mertens.

Schreckgespenst Mauke/Raspe

Mauke bei einem Shire Horse

Einführung

„Das Pferd hat Mauke!“ So eindeutig diese Aussage wirkt, so nebulös wird es, wenn Betroffene sich über diese Diagnose informieren wollen. Mauke gilt vielfach noch als Mysterium. Dieses Bild wird bestätigt, wenn man in einer der Suchmaschinen im Internet unbestimmt nach dem Begriff „Mauke“ sucht. Alleine der Platzhirsch Google findet knapp 600.000 (in Worten: sechshundert-tausend) Treffer. Auf den ersten Seiten der Suchergebnisse findet man ein paar Webseiten, die Mauke versuchen zu erklären. Ansonsten fast ausschließlich Hersteller von Salben und Pillen, die alle versprechen es zu heilen. Die Erfahrung zeigt: wenn es so viele verschiedenen Mittel gibt, dann hilft keines wirklich, denn dann gäbe es die anderen nicht mehr. Im weiteren Verlauf dieses Beitrages wird klar, warum es das eine Wunder-Heilmittel nicht geben kann.

Leider wird bei den meisten Texten über Mauke direkt mit Behandlungen und Therapie-Empfehlungen angefangen. Besonders, wenn der Autor des Textes ein eigenes Heilmittel anbietet. Es ist aus meiner Sicht wichtiger vorab zu klären, um welche Krankheit(en) es sich bei Mauke eigentlich handelt. Nur wenn eindeutig klar ist, worum es genau geht, kann die passende Therapie und Prophylaxe gewählt werden.

Ich mache an dieser Stelle darauf aufmerksam, dass alle in diesem Text beschriebenen Behandlungen unter Aufsicht eines Tierarztes durchgeführt werden sollten. Ich lehne jegliche Haftung ab!

Nach der Klärung des Krankheitsbildes Mauke, wird dieser Beitrag einen Hintergrund zu den möglichen und typischen Ursachen für Mauke geben. Mit dem so aufgebauten Wissen kann dann sinnvoll über erfolgreiche Behandlungen und Therapien gesprochen werden.

Unbehandelt wird sich Mauke in den meisten Fällen nicht bessern, sondern wird schlimmstenfalls chronisch. Das führt zu Verdickungen der Haut, offene, nässende und eiternde Wunden, Schmerzen und letztendlich zu Lahmheit. Um etwas Positives vorwegzunehmen: erfolgt eine umgehende Behandlung und eine Beseitigung der Ursachen, dann ist Mauke durchaus heilbar.

Einige Teile der Informationen in diesem Beitrag entstammen der am Ende gelisteten Literatur und wissenschaftlichen Arbeiten. Bei Übernahme größerer Textstellen ist es entsprechend gekennzeichnet. Eine sehr empfehlenswerte Literatur ist der im Cadmos Verlag erschienene Ratgeber „Mauke – Vorbeugen, Erkennen, Behandeln“ von Anke Rüsbüldt [Rüsbüldt, 2007]

Definition, oder: Was ist Mauke?

Der Begriff „Mauke“ wird als Sammelbegriff für verschiedene Hauterkrankungen in der Fesselbeuge verwendet und ist kein medizinischer Fachbegriff! Oberhalb der Fesselbeuge spricht man von Raspe. Beides ist jedoch so ähnlich, dass der Rest dieses Textes sich mit Mauke beschäftigt, Raspe aber immer mit einschließt.

[Möller und Frick, 1921] definieren Mauke als „seit den ältesten Zeiten ein Sammelname für eine Reihe entzündlicher Krankheitsprozesse der äußeren Haut im Bereich der Fessel, namentlich in der Beugefläche (Köte), deren Wesen und Verlauf außerordentlich verschieden sind”.

Anke Rüsbüldt, Fachtierärztin für Pferde, beschreibt in Ihrem Buch [Rüsbüldt, 2007] die Bandbreite der Erkrankungen mit dem Sammelbegriff Mauke sehr gut: „Medizinisch betrachtet ist Mauke eine Bezeichnung für alle Dermatitiden (Hauterkrankungen) am Unterbein. Das können feuchte oder trockene Ekzeme sein, bakterielle Erkrankungen, Pilzinfektionen, Milbenbefall, Entzündungen infolge von Verletzungen, allergische Ekzeme oder Symptome einer inneren Erkrankung oder einer Ausleitungsstörung. […] Zum Teil entstehen infolge einer Mauke Phlegmonen, die in der Reitersprache Einschuss genannt werden. Es können durch eine Mauke-Erkrankung auch vordringende Entzündungen entstehen, die die Blut- und Lymphgefäße angreifen. […] Mauke ist alles andere als nur eine kleine Stelle!”

Dr. Scharnhölz ergänzt die Problematik sehr gut mit Blick auf die Besonderheit der Haut im unteren Beinbereich [Scharnhölz, 2003]:

„Die Haut im Fesselbereich ist beim Pferd, unabhängig von der Rasse, ein problematisches Organ. Nicht sachgemäß behandelte Hautwunden unterhalb von Vorderfußwurzel oder Sprunggelenk führen zur Bildung von wildem Fleisch (Caro luxurians) und zu Narbenkeloiden, die enormen Umfang erreichen können. Dies ist ein Indiz dafür, dass die Wundheilung im Bereich des Fußes aus anatomisch-physiologischen Gründen anders verläuft als in den übrigen Körperregionen. Tritt als weitere Komponente die bei Kaltblut-Pferden fast typische Verhornungsstörung der Oberhaut hinzu, sind die Voraussetzungen für die Ausbildung bestimmter Maukeformen sehr günstig (aus Sicht der Mauke!)”

Tierärzte unterscheiden verschiedene Stadien der ekzematösen Mauke, die in der folgenden Tabelle beschrieben werden:

Wissenschaftliche BezeichnungLeitsymptom
1. Stadium: Dermatitis erythematosaHyperämie (vermehrte Durchblutung, (leichte) Rötung der Haut)
2. Stadium: Dermatitis madidansDie Haut ist verdickt und warm.
3. Stadium: Dermatitis crustosaDie Haut wird an ihrer Oberfläche zerstört (mit Krustenbildung). Es entsteht ein nässendes Wundsekret.
4. Stadium: Dermatitis squamosaDie Haut quillt auf, es entstehen schmierige Beläge, Knötchen und Bläschen, eine Berührung ist schmerzhaft.
5. Stadium: Dermsatidis verrukosaDer Papillarkörper liegt frei, es entstehen Wucherungen über das normale Hautniveau hinaus.

In der Literatur finden sich ergänzend noch diese Formen nicht-ekzematöser Mauke:

Dermatitis hyperceratotica-hyperplasticaÜberschießende Fehlverhornung der Haut
Dermatitis tuberosa (eigenständige Erkrankung oder aus ekzematöser Mauke hervorgehend)Knotenbildung (sogenannte Hengstknoten)
Dermatitis gangraenosa (Sonderform der Mauke unter Mitbeteiligung bestimmter Bakterienarten)Geschwürige Mauke (mit Zerfall/Absterben von Gewebe (=Brandmauke)


(c) A. Wallraf, 2003

Je nach ihrer Schwere kann Mauke stark schmerzhaft sein und zu Lahmheit und Leistungseinbußen, bis hin zur Leistungsunfähigkeit, führen. In seltenen Fällen kann ein unheilbarer und unerträglicher Zustand entstehen. Desweiteren entsteht ein starker Juckreiz. Das betroffene Pferd stampft und schlägt aus, sodass ein Bruch des Knochenapparates im Huf hinzukommen kann.

Mauke ist nicht ansteckend. Wenn ein hautgesundes, nicht anfälliges Pferd mit an Mauke erkrankten Pferden zusammen steht, geht davon keine Gefahr aus.

Eine andere Krankheit in der Fesselbeuge ist das „Chronisch Progressives Lymphödem“ (CPL), das im Volksmund „Warzenmauke“ genannt wird. Hier ist zwar umgangssprachliche Wort Mauke enthalten, medizinisch betrachtet ist CPL jedoch eine eigenständige Erkrankung, die durchaus zusammen mit Mauke auftreten kann. Anfangs sieht CPL wie „normale“ Mauke aus, hat jedoch ganz andere Ursachen und Auswirkungen.

Aufgrund der Tatsache, dass CPL derzeit als unheilbar gilt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse eine genetische Veranlagung nahe legen, möchte ich einen eigenen Blog-Beitrag hierüber schreiben. Er folgt in Kürze.

Verbreitung und Vorkommen

Mauke betrifft sehr häufig schwere Kaltblutrassen mit Behang, also auch Shire Horse und Clydesdale. Ältere Pferde (12 Jahre und älter) sind dabei häufiger befallen.

Unter Züchtern ist bekannt, dass deutlich mehr Hengste und Wallache betroffen sind als Stuten. Dies wird statistisch durch [Wallraf, 2003] in ihrer Dissertation bestätigt. In ihrer Arbeit mit mehr als 900 Probanden/Pferden konnte interessanterweise kein Zusammenhang zwischen hellem Behang bzw. Abzeichen oder heller, unpigmentierter Haut und Maukeerkrankungen festgestellt werden. Das widerspricht der landläufigen Meinung unter Züchtern.

Interessant ist ebenfalls die Quintessenz aus der Arbeit von Wallraf:
„Die Beteiligung genetischer Ursachen für das Auftreten von Mauke konnte bei den untersuchten Kaltblutrassen nicht eindeutig nachgewiesen werden.”

Das ist umso mehr ein Ansporn möglichst alle Mauke-fördernden Faktoren zu beseitigen, bzw. so weit wie möglich zu reduzieren.

Achtung: bei CPL (Warzenmauke) ist der aktuelle wissenschaftliche Stand von 2018, dass in diesem Fall durchaus genetische Veranlagungen eine Rolle spielen können. Daher ist es sehr wichtig die beiden Krankheiten Mauke und Warzenmauke voneinander zu unterscheiden!

Ursachen und Auslöser

Ein gesunder und ausgeglichener Organismus, insbesondere eine gesunde Haut, kommt mit einer umgebungstypischen Bakterien- und Pilzbesiedlung normalerweise klar und kann diese abwehren. Mauke ist eine „Faktorenkrankheit“. Das bedeutet, dass mehrere Ursachen und begünstigende Faktoren gemeinsam zum Krankheitsbild führen [Rüsbüldt, 2007]. Ist die Haut vorgeschädigt, bspw. durch Urin, Schmutz, Tausalz, mechanische Irritation (etwa durch häufiges Waschen oder pieksendes Stroh), dann haben Bakterien und Pilze eine reelle Chance sich festzusetzen. Das führt letztendlich zur Infektion und Entzündung. Daraus ergibt sich, dass es nicht hilft nur einen Faktor (bspw. den Auslöser der Infektion durch Bakterienbefall) zu beseitigen.

Das Organ Haut kann durch innere oder äußere Faktoren geschwächt werden. In der allgemeinen Literatur werden verschiedene, mögliche Ursachen benannt:

Haltung

Mangelnde Hygiene bei der Haltung (Schmutz, Urin, Mist, Ammoniak …) gilt als die häufigste Ursache für die Schwächung der Haut im Fesselbereich. Nach [Wallraf, 2003] besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen schlechten und unhygienischen Haltungsbedingungen und dem Auftreten von Mauke. Hier kommt noch die Jahreszeit als erschwerender Faktor hinzu. Mauke tritt häufig in den Wintermonaten auf. Neben den durch das Wetter erschwerten Haltungsbedingungen, kommt der Fellwechsel im Herbst und Frühjar hinzu, der die Haut seinerseits belastet und dem Körper notwendige Mineralstoffe entzieht.

Feuchtigkeit

Zu viel Feuchtigkeit schadet der Haut auf Dauer ebenfalls. Sie quillt auf, wird weicher und der PH Wert der Hautoberfläche kann sich verändern. Ein ganz bekanntes Beispiel beim Menschen sind die Schrumpelfinger, wenn der Aufenthalt im Schwimmbad oder in der Badewanne zu lang war.

Beispiele aus der Praxis sind im Schlamm versunkene Pferdebeine auf der Winter-Koppel oder -Paddock. Gleiches gilt für übertriebene Reinlichkeit. Zu häufiges Waschen schadet der Haut. Beim Waschen kommen neben dem Wasser in der Regel auch wasch-aktive Substanzen, Fettlöser und optische Aufheller hinzu.

Vorerkrankungen und geschwächtes Immunsystem

Eine Schwächung der Haut kann durch Vorerkrankungen erfolgen. Würmer oder eine durch Milben ausgelöste Fußräude sind Beispiele dafür. Eine akute Medikamentenbehandlung kann das Immunsystem ebenfalls schwächen. Es können auch Entgiftungsstörungen vorliegen, was durch „schlechte“ Leber- und/oder Nierenwerte erkannt werden kann.

Futter und Ernährung

Bei Kaltblütern gilt eine zu eiweißreiche Ernährung als Mauke-fördernd. Dazu gehören bspw. Weizenkleie, aber auch Hafer. Allgemein sollte beachtet werden, dass sich bei Kaltblütern zu häufiges und zu üppiges Kraftfutter nachteilig auswirkt. Bei kommerziellem Kraftfutter muss daher ein genauer Blick auf die Analyse der Inhaltsstoffe geworfen werden. Futter für Sportpferde verbietet sich per se. Bei Kaltblütern, die wirklich Leistung bringen müssen, bspw. beim kommerziellen Holzrücken oder gewerblichen Fuhrleuten, sollte ein guter Futterberater hinzugezogen werden.

Die Krankheit tritt, wie weiter oben schon kurz angerissen, jahreszeitlich bedingt gerne parallel zum Fellwechsel im Herbst und Frühjahr auf. Dieser ist für den Organismus immer eine Belastung. Er benötigt in dieser Zeit eine andere Versorgung mit Mineralien und Spurenelementen als im Sommer. Ein Mangel daran kann die Haut ebenfalls schwächen und belasten.

Stress und psychische Belastungen

Psychische Faktoren können eine Ursache für die Anfälligkeit für Mauke sein. Hierzu gehören etwa Stallwechsel, neue Weidekumpel oder mentale Überlastung (bei Ausbildung, Sport oder Arbeit).

Mechanische Reize und Irritationen

Stoppelacker, pieksendes Stroh oder zu starkes Scheren des Behangs kann die Haut im Fesselbereich vorschädigen.

Chemische Reize

Eher selten, aber nicht zu vernachlässigen, können Chemikalien im Umfeld der Pferde Mauke begünstigen. Hierzu zählen bspw. Taumittel im Reitsand, Weichmacher in billigen Hufglocken, Streusalz auf der Strasse oder Duft- und Parfümstoffe in gutgemeinten Cremes.

 

All diese Reize oder Mauke-begünstigenden „Faktoren“ setzen die Selbstheilungskräfte der Haut herab. Sie fördern daher die weitere Schädigung der Haut oder der darunter liegenden Gewebeschichten durch die Besiedelung von Bakterien, Pilzen oder Parasiten wie bspw. Milben. Diese können dann letztendlich der Auslöser einer Infektion und damit von Mauke sein.

Tritt eine Infektion durch einen dieser Auslöser auf, kann es im weiteren Verlauf zu Sekundärinfektionen kommen, die das Krankheitsbild indifferenter macht.

Aber Achtung, es müssen bei Mauke nicht alle oben genannten Ursachen und Auslöser zusammen vorhanden sein! Wie anfangs geschrieben handelt es sich um eine Faktorenkrankheit. Eine fast beliebige Kombination der Ursachen und Auslöser ist bei positiven Maukebefund möglich, da jedes Pferd eine individuelle Fitness und Anfälligkeit hat. So kann Mauke unter Umständen bei Pferden auftreten, die in hygienisch besten Bedingungen leben.

Behandlung, oder: Was hilft wirklich?

Eine erfolgreiche Behandlung erfolgt immer mehrgleisig:

  1. Ursachen beseitigen, meistens sind mehrere Faktoren beteiligt („Mauke kommt von Innen, Mauke geht von Innen“).
  2. Exakte Diagnose des Auslösers der Entzündung bzw. des Ekzems (Bakterien, Pilze, Parasiten, Allergie, Chemikalien, etc.).
  3. Auswahl des passenden Medikamentes bzw. Heilmittels, je nach Diagnose
  4. Vorbeugende Maßnahmen, um zukünftig Mauke zu verhindern.

Grundsätzlich gilt, dass die Ursachen beseitigt werden müssen! Sonst kommt man nicht aus einer sich zuspitzenden Spirale heraus. Je länger und häufiger das Pferd mit Mauke zu kämpfen hat, umso schwieriger wird es sichere Diagnosen zu Auslöser und Ursache zu finden. Das kann mitunter die schwierigste Aufgabe bei der Behandlung von Mauke werden.

Diese Maßnahmen helfen dabei:

Fütterung

Die Fütterung sollte der Leistung angepasst und eiweißarm erfolgen. Laboranalysen des Blutes können Mangel an Zink und anderen Vitalstoffen feststellen. Diese können durch im Handel erhältliche Präparate ausgeglichen werden. Es ist wichtig viel Raufutter anzubieten. Jedoch kein Heu oder Silage verwenden, die für Kühe hergestellt wurden aufgrund der für diese notwendigen hohen Eiweißanteile. Gut gedüngte Weiden sind ebenfalls tabu.

Haltung

Pferde nicht dauerhaft im Matsch stehen lassen und eine hygienische, saubere Haltung schaffen! Dabei hilft Absammeln der Pferdeäpfel, regelmäßiges Ausmisten und gute, Nässe bindende Einstreu zu benutzen.

Behang/Fesselbeuge

Mauke wird durch Feuchtigkeit und Wärme unter dem Behang, sowie unhygienische Bedingungen begünstigt. Die Anfälligkeit für Mauke kann daher durch trockene und saubere Behänge verringert werden. Die Behänge sollten regelmäßig kontrolliert werden. Nicht zu häufig waschen und nur vorsichtig mit einem groben Kamm auskämmen. Den Behang bitte nicht abrasieren! Dieser, oft von unerfahrenen Tierärzten ausgesprochene Rat, schadet mehrt als er hilft. Jeder Mann kennt das: die nachwachsenden Stoppeln jucken und sind unangenehm. Wenn der Behang aus praktischen Gründen die Behandlung stört, das Haar bitte zwei bis drei Zentimeter lang stehen lassen. Dann piekst es nicht und eine Behandlung der Wunden ist dennoch möglich.

Behandlung der Infektion

Die begleitenden Symptome, wie Bakterienbefall, Pilze oder Milben, können mit von Tierärzten verschriebenen Präparaten bekämpft werden. Daneben gibt es Behandlungen und Heilmittel, die im Anfangsstadium helfen und eine Behandlung unterstützen können.

Dabei gelten diese drei goldenen Regeln:

  1. Die Haut sollte nicht luftdicht abgeschlossen werden.
  2. Feuchte Stellen sollten trocken werden.
  3. Trockene Stellen sollten geschmeidig werden.

Bei leichtem Befall kann die Maukestelle zwei bis drei Tage lang mit einem Antiseptikum desinfiziert werden. Sehr gut bewährt hat sich Octenisept® aus der Apotheke, es ist schmerzfrei und farblos.

Schwefelblüte wirkt ebenfalls anti-bakteriell und kann in Apotheken erworben werden. Vermischt mit Paraffinöl (medizinisches Weißöl) lässt es sich leicht auf die betroffenen Stellen auftragen, bspw. mit einem sauberen Pinsel. Ein erprobtes Mischungsverhältnis ist ein Esslöffel Schwefelblüte auf einem Liter Paraffinöl. Das Öl hat den Vorteil, dass es die Haut geschmeidig hält und ergänzend gegen Parasiten hilft. Der Behang wird durch das Öl unempfindlicher für Dreck und Mist. Dieser lässt sich dann deutlich besser ausbürsten. Weißöl ist nicht schädlich, es ist in der Kosmetik der Hauptbestandteil von Hautcremes großer Marken. Es gibt für Pferde fertige Mischungen mit Schwefel zu kaufen, wie.z.B. „Itch Buster“ [Leg Oil]. Man findet passende Angebote auch mit der englischen Bezeichnung „Pig Oil“.

Ein altes Hausrezept sind Sauerkrautwickel. Diese lässt man über Nacht auf den betroffenen Stellen einwirken. Bewährt haben sich dabei Babywindeln, die mit silberfarbenen Panzerband (auch als Ducttape bekannt) stalltauglich gemacht werden können. Die Milchsäure senkt den ph-Wert, sodass ein für Parasiten und Bakterien ungünstiges Hautmilieu entsteht. Die Wickel können aufgrund der Säure jedoch nicht auf Stellen mit fortgeschrittener, offener Mauke aufgebracht werden.

In Küstennähe gibt es noch ein weiteres altes Hausmittel, um Mauke und andere Hautprobleme an den Beinen fernzuhalten: Salzwasser. In England, Belgien und Holland, wo Kaltblüter häufiger anzutreffen sind als bei uns, wurden und werden die Pferde hin und wieder nach getaner Arbeit durch knietiefes Meerwasser (Nordsee, Atlantik) geführt oder geritten. Das reinigt den Behang mechanisch. Darüber hinaus kann Salzwasser der Haut förderlich sein. In der Dermatologie wird es gerne bei Hautkrankheiten eingesetzt (Totes-Meer-Therapien). Aber auch hier gilt: die Menge ist das Heilmittel (oder das Gift). Die Behänge, bzw. die Haut darunter sollte so bald wie möglich wieder trocken werden.

Alles was der Haut hilft sich selber zu regenerieren, unterstützt auch die Behandlung von Mauke. Das können heilende Cremes, Spurenelemente und Nahrungsergänzungsmittel sein.

Ich hoffe, mit diesen Informationen und Tipps der Mauke ein wenig den Schrecken genommen zu haben. Falls Ihr, liebe Leser, noch weitere Informationen zum Themenkomplex Mauke habt, die hier noch nicht beschrieben wurden, würde ich mich über eine Kontaktaufnahme sehr freuen.