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Chronisch Progressives Lymphödem

Nein, das ist keine Mauke – oder: was hat das alles mit Lymphe zu tun?

Dieser Blog Beitrag dreht sich um eine neue, sehr alte Krankheit. Klingt das merkwürdig? Gut, dann habe ich hoffentlich Deine Aufmerksamkeit, denn es geht im Folgenden um faszinierende wissenschaftliche Erkenntnisse, alte Mythen und Falschinformationen. Und um viele Pferde, deren Leiden nun möglicherweise besser verstanden werden.

Alle medizinischen Angaben und Handlungshinweise auf dieser Webseite und in den Artikeln sind ohne Gewähr. Diese Texte ersetzen nicht den Tierarzt, noch können sie eine tierärztliche Beratung ersetzen! Nimm daher Kontakt mit Deinem Tierarzt auf und bespreche mit ihm alles Notwendige!

Einleitung

Das Thema handelt von einer seit wenigen Jahren neu beschriebene Krankheit, die früher unter einem anderen Namen fälschlicherweise der Mauke zugerechnet wurde: die Warzenmauke. Sie bekam ihren Bezeichnung aufgrund des Erscheinungsbildes im späten Stadium: den Furchen und dicken Knubbeln. Zum Thema Mauke gibt es im Internet reichlich Informationen, bspw. hier im Blog. Fast immer werden in den Beiträgen verschiedenen Stufen und Formen von Mauke aufgezählt. Warzenmauke ist häufig eine davon. Je nach Quelle wird es entweder als eine starke Ausprägung bzw. spätes Stadium oder als eine besondere Variante der Mauke benannt. Letzteres trifft den Kern, ist aber ebenso falsch. Um es vorwegzunehmen: Der Begriff »Warzenmauke« sollte nicht mehr verwendet werden. Die Kurzform: das, was der Begriff beschreiben will, ist definitiv keine Mauke! Die Langfrom ist der komplette folgende Text.

Die Erkrankung wurde 2003 erstmals genauer beschrieben und deutlich von Mauke abgegrenzt. Die Krankheit verläuft chronisch, d.h., es gibt keine Heilung. Sie verschlechtert sich ohne Behandlung, ist daher »progressiv« und betrifft nach aktuellen Erkenntnissen das Lymphsystem. Es kommt zu ödem-artigen Verdickungen. So bekam sie ihren Namen: Chronisch Progressives Lymphödem (CPL). Sie tritt rasseübergreifend vor allem bei Kaltblütern an den unteren Extremitäten auf. Besonders betroffen sind das Belgische Kaltblut (Brabanter), Tinker, Rheinisch-Deutsches Kaltblut, sowie Shire Horse und Clydesdale. Inzwischen hat sich in der Forschung zu CPL bzgl. der Ätiologie (betrachtet die Ursachen der Entstehung von Krankheiten) und der Diagnostik einiges getan.

Immer noch vorkommende, falsche Bezeichnugen

In englischsprachiger Literatur findet man neben der aktuelle Bezeichnung »Chronic progressive lymphedema« folgende ältere, aber eigentlich falsche, Bezeichnungen für CPL:
Chronic idiopathic pastern dermatitis, Chronic pastern dermatitis, Elephantiasis oder Equine lymphoedema complex (ELC)

In deutschsprachiger Literatur trifft man noch auf folgende falsche Begriffe für CPL:
Chronische Mauke, verruköse Mauke, verruköse Pastern Dermatitis, Warzenmauke oder Warzenmauke-Syndrom

Beschreibung und Charakterisierung

CPL ist eine multifaktorielle Erkrankung. Ähnlich wie bei Mauke treffen viele Faktoren (wie z.B. Haltung, Ernährung, Rasse, etc.) aufeinander, damit es zur Krankheit kommen kann. Betroffene Pferde werden gesund geboren, bringen aber eine gewisse genetischen Belastung mit. Sie zeigen anfangs keine Symptome. Der Ausbruch der Krankheit kann bereits ab einem Alter von einem Jahr erfolgen. Ab dann werden die CPL-Anzeichen progressiv schlechter. Sie sind typischerweise an den Unterschenkeln lokalisiert: Schwellung und Fibrose des Weichgewebes, verbunden mit bleibenden Deformationen und Hautanomalien.

Die Tierärzte Toon van Couter, Jozef Colman und Cécile De Cupere beschrieben die verschiedenen Stadien der Erkrankung Anfang 2018 auf einer Tagung zum Thema im belgischen Sint-Niklas (organisiert durch Trekpaard Jeugd VFBT) wie folgt:

  • Im Anfangsstadium ist nur die Haut in der Fesselhöhle leicht verdickt, eventuell mit einer leichten Falte, die erst nach einer Rasur sichtbar ist.
  • Allmählich werden die Falten klarer und manchmal erscheinen einige Risse, wodurch die Epidermis schuppig wird und kleine Wunden bzw. Krusten entstehen. Während sich Läsionen [Schädigung, Verletzung oder Störung einer anatomischen Struktur oder physiologischen Funktion, Anm.d.R.] entwickeln, wird die Haut langsam dicker und härter. Anfangs scheint das Pferd auf alle möglichen Therapien zu reagieren, aber die Heilung tritt nicht ein. Irgendwann wird das Problem immer schlimmer. Das ist ein deutlicher Unterschied zur Mauke.
  • Die Falten werden dicker und spreizen sich sowohl nach vorne als auch nach oben auf dem Bein. Die kleinen Lücken entwickeln sich zu größeren, blutenden Wunden. Häufig treten darüber hinaus Sekundärinfektionen auf, die den Krankheitsprozess verschlimmern. Die Haut zwischen den Falten wird feucht und verbreitet einen Geruch, der Fliegen anlockt.
  • Im fortgeschrittenen Stadium ist die Extremität stark verdickt und die Hautfalten reichen bis zu den Knien. Wenn man die Beine anfasst, fühlen sie sich hart an. Meist entwickeln sie große, harte Klumpen, die bis zur Größe eines Tennisballs wachsen können. Diese Klumpen sind ein mechanisches Problem, da sie die Bewegung des Tieres behindern. Dadurch können sie sich bei der Arbeit leicht verletzen. Die Epidermis ist nun trocken, schwielig und zeigt eine ausgeprägte Schuppung.
Röntgenbild einer CPL, die Hautfalten sind deutlich sichtbar.

Bei der Obduktionen verstorbener Pferde mit CPL zeigen sich charakteristische Anzeichen eines chronischen Lymphödems: Die Dermis ist stark verdickt. Zunächst durch Flüssigkeitsansammlung, später mehr und mehr durch Ablagerung von kollagenem Bindegewebe. Diese sind an einigen Stellen lokal stärker ausgeprägt und als Knötchen sichtbar. Mit stetiger Ausbreitung der Krankheit zeigen sich im Unterhautbindegewebe zunehmend dickwandige, erweiterte und gewundene Lymphgefäße.

Lymphsystem

Neben seiner wichtigen Rolle für das Immunsystem hat das Lymphsystem eine weitere entscheidende Aufgabe: der Abtransport von Schadstoffen und großmolekularen Partikeln, wie z.B. Proteine, Zelltrümmer oder Lymphozyten aus dem interzellulären Raum. Sie können das Interstitium (hier: Zellzwischenraum) nur über die Lymphgefäße verlassen. Versagt das Lymphsystem, so verbleiben diese Stoffe im Interstitium. Es können sich Lymphödeme oder Fibrosierungen bilden.

Wikipedia beschreibt das Lymphsystem wie folgt:
»Als Lymphe (lateinisch lympha ‚klares Wasser‘; Plural lymphae; ursprünglich römische Frischwassergottheit) wird die in den Lymphgefäßen enthaltene wässrige hellgelbe Flüssigkeit bezeichnet, die das Zwischenglied zwischen der Gewebsflüssigkeit (Interzellularflüssigkeit) und dem Blutplasma bildet. Das Lymphsystem mit den Lymphgefäßen als Leitungsbahnen ist neben dem Blutkreislauf das wichtigste Transportsystem im menschlichen Körper. Es ist auf den Transport von Nähr- und Abfallstoffen spezialisiert und entsorgt in den Lymphknoten auch Krankheitserreger wie Bakterien und Fremdkörper.«

Mittels der bildgebenden Untersuchungsmethoden Lymphangiographie und Lymphoszintigraphie lassen sich folgende typische Symptome bei von CPL betroffenen Pferden darstellen:

  • Auf Höhe der distalen (in Bezug auf Körperregionen oder Gliedmaßen: weiter von der Körpermitte liegenden) Gliedmaßen zeigen sich deutlich erweiterte und verzerrte Lymphwege.
  • Ein verminderter Abfluss von Lymphe aus den Unterschenkeln wird sichtbar.
  • Eine allgemein reduzierte Funktion der Lymphgefäße bestätigt sich.

Elastin – Ursache oder Symptom?

Es zeigte sich, dass in der Haut der betroffenen Pferde eine geringere Konzentration von Elastin vorhanden ist, bevor klinische Läsionen sichtbar sind. Im weiteren Verlauf der Erkrankung lagern sich weitere Elastinfasern in der Haut ab und versuchen, den Schaden zu reparieren. Dieses Elastin ist jedoch von schlechter Qualität und verschlimmert die Situation. Es breitet sich auf das umliegende Gewebe aus und verursacht eine Verdickung der Haut, Hautfalten und alle oben genannten Symptome, die bei CPL bekannt sind.

Böse Freunde – Mauke und CPL

Die genauen Gründe für die Fehlfunktion sind bis heute nicht bekannt. Ein schlecht funktionierendes Lymphsystem ist eine der Ursachen. Hinzu kommen weitere Faktoren wie genetische Veranlagung, Ernährung, Bewegung, Haltung und Umwelt. Die letztgenannten Faktoren können auch zu Mauke führen (Link auf Mauke-Artikel). Beide Krankheiten »ergänzen« sich leider sehr gut. Eine durch CPL geschwächte Haut ist leichter anfällig für Sekundärinfektionen, hier kommt schnell eine echte Mauke hinzu. Inwieweit eine Mauke, das genetisch vorbelastete Auftreten von CPL fördert, ist nicht gut untersucht, aber naheliegend.

Pumpen, Drücken und Laufen

Beim Menschen wird der Fluss der Lymphe im Lymphsystem u.a. durch Kontraktionen sog. »lymphvaskulären Muskelzellen« ermöglicht, welche sich durch den Füllungsreiz innerhalb der Lymphgefäße rhythmisch zusammenziehen (kontrahieren). Diese Funktion wird als »Lymphgefäßwandpumpe« bezeichnet. Nach Prof. Dr. Dirk Berens von Rautenfeld (http://www.ml-pferd.de/) zeigen dessen Untersuchungen »dass beim Pferd ein anderes Antriebssystem für die Lymphflussverhältnisse in Form zahlreicher elastischer Fasern von etwa 40% des Gefäßwandanteils nicht nur in den subfaszialen Kollektoren ausgebildet ist, welches allerdings nur beim bewegten Pferd wirkt. Diese elastische Retraktionspumpe wird darüber hinaus besonders beim Pferd durch die kompressive Wirkung der besonders kollagenreichen und elastischen Haut und die Huf- und Fesselgelenkspumpe ganz wesentlich unterstützt.« Fehlt nun die Wirkung der elastische Retraktionspumpe aufgrund der oben genannten Elastinstörungen, kann die Lymphe nicht ausreichend abtransportiert werden.

Forschung

Anfang der 2000’er Jahre lieferte die Tierhochschule Hannover (TiHo Hannover) erste wertvolle Erkenntnisse im Rahmen von Dissertationen. CPL wurde da schon deutlich von Mauke differenziert. Universitäten und Hochschulen im Benelux-Raum forschen aktuell intensiv zu dem Thema in einem EU Forschungsprojekt und erfahren gute Unterstützung durch Züchter und Zuchtverbände betroffener Pferderassen. Eine dieser Rassen ist das Belgische Kaltblut (Brabanter oder »trekpaard«), das besonders stark von CPL betroffen ist. Der Zuchtverband unterstützt seit einige Jahren unter anderem belgische Forscher, um diese Krankheit besser verstehen und behandeln zu können. Die TiHo Hannover forscht aktuell im Bereich PSSM und die genetischen Hintergründe dazu.

Die Ergebnisse dieser Forschung bringen neue Erkenntnisse der genetischen Zusammenhänge, aber auch durch Laien nutzbare Methoden, um bspw. den Schweregrad einer CPL-Erkrankung standardisiert bestimmen zu können. Durch diese einheitliche Klassifizierung war es möglich, hunderte von Pferden zu beproben und statistisch auszuwerten. Während der Promotion von Kirsten De Keyser (K.U. Leuven) in den Jahren 2009 bis 2011 wurde auf Basis dieses Bewertungsschemas eine große Anzahl belgischer Kaltblüter (625 Pferde) in offiziellen Zuchtschauen und bei Stallbesuchen untersucht.

Seitdem ist die CPL-Klassifizierung nach o.g. Schema (AA bis D) offizieller Teil einer Körung beim Belgischen Kaltblut, bzw. dem Brabanter, und entscheidet, ob das betroffene Pferd überhaupt in die Arena zum Lauf vorgeführt wird. Der Verband ist fest entschlossen, die Fehler der Vergangenheit bzgl. CPL zu korrigieren.

Man geht im Moment davon aus, dass beim belgischen Kaltblut durch sehr enge Linienzucht und dem Wunsch nach viel Behang die CPL unwissend in Kauf genommen wurde. Ähnliches findet sich beim Shire Horse und Clydesdale. Dort wurde früher Wert auf viel Behang gelegt. Mittlerweile steht in deren Zuchtrichtlinienen zwar noch der Wunsch nach Behang, dieser soll jedoch »fein und seidig« sein. Dickes und welliges Haar im Behang galt als Indikator für CPL (bzw. wurde falsch der Warzenmauke zugeordnet). Der Zusammenhang der Haardicke mit CPL wurde inzwischen wissenschaftlich gut untersucht. Die Ergebnisse widerlegen den direkten Zusammenhang zwischen CPL und der Dicke der Haare im Behang.

Der Verdacht, dass die CPL teilweise vererbbar ist, wurde durch die Forschung bestätigt. Die zugrunde liegenden Gene, die die CPL beeinflussen, sind noch nicht bekannt. Die mögliche Vererbbarkeit sollte Anlass genug sein, betroffene Tiere aus der Zucht zu nehmen, um die Krankheit im Bestand weitestgehend zu eliminieren.

Historische Anekdote:
Vom belgischen Kaltbluthengst Oskar nimmt man an, dass er einer der »Gründer« für CPL in seiner Rasse sein könnte. Das Tier war sowohl an Sommerekzem als auch an CPL erkrankt. Viele erfolgreiche Deckhengste, die im Rheinland und in Westfalen zur Zucht eingesetzt wurden, stammen aus seiner Linie. Die meisten Hengste, die von Oskar abstammten, waren wiederum selbst stark an CPL erkrankt [Schäper W, 1937, cit. Wallraf A 2003]

Die Zuchtverbände des Belgischen Kaltblut (Brabanter) ziehen die CPL Eliminierung derzeit am konsequentesten durch. Hengste müssen dort jährlich neu gekört werden. Dabei wird der Score des Beinstatus jedemal neu aufgenommen. So kann ein Hengst, bei dem CPL nach der ersten Körung auftritt, noch rechtzeitig aus der Zucht genommen werden.

Die zweistufigen Hengstkörungen von Shire Horse und Clydesdale sind nicht ganz so konsequent, um CPL zu erkennen. Dennoch ist dies allemal besser als einmalige Körungen anderer Rassen, um betroffene Hengste aus der Zucht nehmen zu können. Im Alter von zwei und von fünf Jahren werden die Hengste durch eine Körkommision bewertet. Erst nach einer erfolgreichen zweiten Körung, sind Hengste auf Lebenszeit gekört. CPL lässt sich bei der zweiten Körung gut diagnostizieren.

Einige Zahlen

Bei knapp 60% der untersuchten Pferde wurde eine CPL gefunden. In der Altersklasse »drei-jährig und älter« sind knapp 86% der untersuchten Pferde von CPL betroffen. Hengste sind nach den Zahlen deutlich stärker betroffen als Stuten. Zusätzlich entwickelten sie die Symptome schneller mit zunehmendem Alter. Bei einigen Pferden traten bereits ab dem Alter von einem Jahr leichte Symptome auf (14% der Jährlinge). Klare Läsionen traten gewöhnlich ab dem Alter von drei Jahren auf.

Diese konkreten Zahlen zeigen den Stand der CPL beim Belgischen Kaltblut. Die Ergebnisse bzgl. des Verlaufs der Krankheit lassen sich auf Shire Horse und Clydesdale übertragen. Meiner subjektiven Einschätzung nach, sind beide Rassen jedoch nicht so stark mit CPL durchdrungen.

Der Zeitpunkt und der Schweregrad der Phase, in der die Behandlung begonnen wird, haben Einfluss auf das Endergebnis. Merke: »Der frühe Vogel lindert CPL.«

Behandlung

Die CPL ist derzeit (noch) unheilbar und es gibt keine eindeutig unterstützende Behandlung. Die bestmögliche Pflege, Nachsorge und ggf. medizinische Behandlung können den Krankheitsprozess verlangsamen und die Wunden heilen.

Hinweis: Einige der auf den folgenden Seiten aufgeführten Produkte sind nur beispielhaft genannt und stellen keine Werbung oder konkrete Empfehlungen dar. Jedes Pferd kann unterschiedlich auf ein Produkt/Medikament reagieren. Durch die Verwendung bestimmter Produkte kann es sein, dass ein Pferd nicht mehr zur Schlachtung (für den menschlichen Verzehr) geeignet ist.

Behandlungsmöglichkeiten

Hygiene
Die Beine müssen sauber gehalten werden. Waschen und Spülen mit fließendem Wasser oder ein Wasserbad, idealerweise mit Düsen, sind hierbei hilfreich. Zu häufiges Waschen, insbesondere mit Zusätzen, ist kontraproduktiv und führt zu einem Aufweichen der Haut.

ACHTUNG: bei zu häufigem Waschen, und dadurch dauer-feuchter Haut, läuft man besonders im Sommer Gefahr Maden in die Wunden zu bekommen! Das verschlimmert die Situation dramatisch und man handelt sich jede Menge Folgekrankheiten ein!

Reduzierung des Behang
Der Behang der Beine sollte kurz gehalten werden, damit mehr Luft an die Wunden gelangen kann und diese schneller trocknen. Es erleichtert die weitere Behandlung und reduziert Hautschuppen, die als Nahrung von Milben dienen können. Komplettes Rasieren (bis auf die Haut) ist eher konraproduktiv, die nachwachsenden Stoppeln jucken und reizen. Wenn die Haare ein oder zwei Zentimeter stehen bleiben, kann genauso gut behandelt werden.

Bewegung und Aktivität
Sie ist notwendig und fördert die Durchblutung sowie den Abfluss der Lymphe. Bewegung ist für das Lauftier Pferd grundsätzlich erforderlich. Wie schon weiter oben geschrieben wurde, verlangt die beim Pferd vorhandene »elastische Retraktionspumpe« der Lymphgefäße ausreichend Bewegung durch das Pferd. Mangelnde Bewegung und unzureichende Blutversorgung erhöhen das Risiko dicker Beine und Muskelschwäche.

Manuelle Lymphe Drainage (MLD)
MLD ist eine spezielle Massagetechnik, die direkt auf das Lymphsystem einwirkt, um den Lymphabfluss zu verbessern, das Immunsystem zu aktivieren und Schmerzen zu lindern. Hinweis: Etwas weiter unten wird sehr detailliert auf die Behandlungsmethode MLD eingegangen.

Bandagen
Bandagen und Druckverbände ermöglichen es den Muskeln um die Lymphe herum, die Massage selbst durchzuführen, so dass die Flüssigkeit bei der Bewegung automatisch bewegt wird. Nachteil: Durch die unter den Verbänden entstehende Wärme kann es zu vermehrten Infektionen mit Milben und anderen Mikroorganismen kommen. Modernere Alternativen sind (maßgeschneiderte) medizinische Kompressionsverbände aus einem luft- und feuchtigkeitsdurchlässigen Gewebe, bspw. Equicrown Kompressionsverbände (www.equicrown.de).

Bandagierunterlagen aus Naturschafwolle enthalten einen hohen Anteil an Lanolin (natürliches Wollwachs). Es besitzt von Natur aus eine heilende und antibaktierielle Wirkung, hält die Haut trocken und ist atmungsaktiv. Infos zum Produkt und zur Anwendung gibt es bspw. bei schneepferd.at.

Allgemeine, gesundheitsfördernde Maßnahmen
Ergänzend zur klassischen Medizin gibt es positive Erfahrungsberichte bei ergänzenden Anwendungen aus dem Bereich der Homöopathie oder Naturheilkunde. Mir liegen Berichte vor, dass bspw. Akkupunktur das Lymphsystem unterstützen kann. Und alles was für die Lymphe gut ist, unterstützt.

Zusammenfassung
Eine gute Stall- und Weidehygiene ist wichtig, um das Lebensumfeld gesund zu halten. Ein feuchter Stall und/oder eine nasse Weide sind kontraproduktiv, die Haut wird empfindlicher. Ausreichend Bewegung und möglicherweise eine zusätzliche Stimulation des Lymphsystems sind wichtige Faktoren.

Pflege und Zubehör

Waschen
Desinfektion ist entscheidend. So können z.B. Salz, Chlor oder andere Desinfektionsmittel in das Wasser gegeben werden, mit dem die Beine gespült werden. Salzbäder sind aktuell das Mittel der Wahl. Die natürliche Variante: waten und reiten im Meer! Die technische Luxus-Alternative dazu wurde auf der Equitana 2018 vorgestellt. In Belgien gut verbreitet sind flache Badewannen, in die man das Pferd stellen kann. Etwas mobiler und einfacher im Handling sind kleine Wannen für ein oder zwei Beine. die z.B. mit einem Beschlagsstand kombiniert werden können. 20 Minuten pro Bein im Wasserbad reicht, kein stundenlanges Einweichen.

Beauty-Tipp: Urlaub mit dem Pferd am Meer und großzügig im knie-tiefen Wasser reiten. Das reinigt Fell und Haut, wirkt antibakteriell und stärkt die Seele von Pferd und Reiter. In Holland und Belgien gibt es regelmäßig zum Saisonauftakt ganze Prozessionen, die feierlich geschmückt ihre Pferde ins Meerwasser führen. Hilft auch bei “normaler” Mauke.

Betadine als Shampoo oder als Peeling (Produkt mit stark desinfizierenden Eigenschaften, auch für behaarte Haut, auf Jodbasis) wird zur Desinfektion schwerer Wunden empfohlen. Es sollte jedoch nicht zu oft verwendet werden, um die Haut nicht unnötig aufzuweichen.

Teebaumöl-Shampoo ist ein gut wirkendes Mittel mit kühlender und juckreizlindernder Wirkung auf der Haut.

Ernährung und Ergänzungsfuttermittel
Von »innen« ist eine Unterstützung über die Fütterung möglich. Parallel zu einer grundsätzlich pferdegerechten Ernährung, die neben der Rassezugehörigkeit der Pferde, auch deren Arbeitsbedarf berücksichtigt, können Kräuter und Futterergänzungsmittel helfen. Bspw. unterstützt Galium aparine (Kletten-Labkraut) die Lymphknoten. Kurkuma – in Kombination mit schwarzem Pfeffer – entlastet die Verdauung, sowie Gelenke und Muskeln. Brennnessel fördert den Abtransport von Abfallstoffen.

Hautpflege
Es gibt eine große Auswahl an Salben und Cremes zur Versorgung von Wunden. Was bei dem einen Pferd funktioniert, kann bei einem anderen Pferd einen geringeren Einfluss haben. Erfahrungsgemäß funktionieren Teebaumöl, (Manuka-)Honigsalbe, grüner Lehm, Heilerde (bspw. von Luvos oder Bullrich), Eutercreme, Zinksalbe, Betadin-Gel, oder Schwefelblüte mit Öl. Hier helfen Erfahrungen bei der Maukebehandlung, auch dort muss geschädigte Haut unterstützt werden.

Bei schweren Wunden ist ärztlicher Rat erforderlich! Jedes Pferd kann auf ein Produkt anders reagieren. Frage immer Deinen Tierarzt!

Antiparasitäre Wirkstoffe
Unter großen Vorbehalt, nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt und nur, wenn es nicht mehr anders geht: Sarnacuran bzw. Sebacil wird gegen Raubmilben (Psoroptes, Sarcoptes, Chorioptes), beißende und saugende Läuse, Trichodectes, Schaflausfliege, Zecken, Fliegen und Larven von Fliegen (Kutane Myiasis, Fliegenmadenkrankheit) verwendet. Es wird in Wasser entsprechend der Dosierungsanweisung aufgelöst und aufgetragen. Diese Mittel sind recht aggressiv und können im Zweifel mehr schaden als nützen. Daher die Nutzung unbedingt abwägen und alternative Behandlungsmethoden wählen.

Die beste Methode zur Behandlung der CPL ist eine Kombination der oben genannten Behandlungen. Und es ist wichtig, in einem frühen Stadium der Krankheit zu beginnen.

Überprüfen Sie regelmäßig die Beine Ihres Pferdes, um mit der Behandlung der ersten Symptomen der CPL beginnen zu können. Jede Behandlung kann die Lebensqualität deutlich verbessern.

Manuelle Lymph-Drainage (MLD)

Den folgenden Text (und die Bilder) habe ich von den Vorträgen der CPL-Tagung des Zuchtverbandes des Belgischen Trekpaard übernommen und aus dem Niederländischen übersetzt. Die Tagung fand Anfang 2018 im belgischen Sint-Niklaas stattfand. Es kommt unvermeidlich zu Wiederholungen von Aussagen aus dem obigen Text. Im Sinne der Verständlichkeit und zur Beibehaltung der Lesbarkeit, habe ich die entsprechenden Textstellen nicht verändert. Das Urheberrecht liegt bei Ine Swinnen und der Trekpaard Jeugd VFBT.

Ines Swinnen geht dabei auf die »Manuelle Lymph-Drainage« ein. Diese Behandlungsmethode ist beim Menschen lange bekannt und findet bei Pferden immer stärkeren Einsatz. Sie arbeitet als selbständige MLD Therapeutin der Stufe 3.

Das Lymphsystem des Pferdes und seine Unterstützung durch MLD

Für viele ist die MLD bei Pferden noch unbekanntes Terrain. Vom Lymphsystem im Allgemeinen haben Laien sicher schon einmal gehört oder kennen Menschen, bei denen Lymphknoten entfernt wurden. Darüber hinaus kennt sicher jeder Pferdebesitzer das Phänomen der »Stallbeine«, Pferde mit geschwollenem Kiefer oder eben bei Kaltblutpferden das CPL. All diese Dinge haben mit dem Funktionieren des Lymphsystems zu tun.

Was ist das Lymphsystem?

Man muss das Lymphsystem als ein offenes Netzwerk von Gefäßen sehen, die im ganzen Körper verstreut sind. Sie sorgt dafür, dass die Flüssigkeit zusammen mit allen Arten von Abfällen und Eindringlingen wie Bakterien abgeleitet wird. Das Lymphsystem beginnt sehr oberflächlich, direkt unter der Haut.und breitet sich tief um alle Organe aus. Durch den Saugeffekt des Systems wird die Flüssigkeit gesammelt und zu den Lymphknoten geleitet. In diesen Zwischenstationen wird die Flüssigkeit gefiltert und es finden Prozesse statt, die das Immunsystem unterstützen. Mit Hilfe der Lymphozyten werden auch Bakterien und Viren in den Lymphknoten unschädlich gemacht. Nach dem Filtern wird die harmlose Flüssigkeit zur endgültigen Entsorgung (über Stuhl und Urin) in die Blutbahn geleitet.

Zwischen dem Blutgefäßsystem und dem Lymphsystem gibt es eine Reihe von großen Unterschieden. Das Kreislaufsystem ist ein geschlossenes System, in dem das Herz der Motor ist, der das Blut mit einer bestimmten Geschwindigkeit durch den Körper pumpt. Wie bereits erwähnt, ist das Lymphsystem hingegen ein offenes Netzwerk. Es beginnt blind im Gewebe, wo es die Flüssigkeit, die durch Druckunterschiede im Kreislaufsystem abgepumpt wird, aufnehmen kann. Es hat keinen Motor wie das Herz, sondern läuft zwischen den Muskeln und nutzt die dort entstehenden Druckunterschiede, um das Lymphsystem vorwärts zu treiben.

In den Lymphgefäßen befinden sich Ventile, die dafür sorgen, dass der Lymphfluss grundsätzlich in eine Richtung erfolgt. Dadurch wird verhindert, dass die Abfälle in die Organe zurückfließen. Bei einem konstanten Druck auf das Lymphsystem können die Sammler und damit die Ventile beschädigt werden, wodurch die Flüssigkeit stagniert und so zum Stillstand kommt. Der definierte Druck (der »Herzschlag«), der im Blutgefäßsystem vorhanden ist, ist im Lymphsystem nicht vorhanden. Das Lymphsystem reagiert auf Druckunterschiede und arbeitet um ein Vielfaches langsamer als das Blutgefäßsystem.

Wir Menschen haben etwas mehr als 400 Lymphknoten. Pferde haben etwa 8000! Diese liegen hauptsächlich tief um die Organe herum. Aber es gibt auch einige wenige, an die man sich oberflächlich herantasten kann. Das Besondere an den Lymphknoten ist, dass sich die Hälfte der Knoten eines Pferdes um Magen und Darm herum befinden. Diese haben eine optimale Funktion, wenn ein Pferd den ganzen Tag über fressen kann, da sie die peristaltische Bewegung im Verdauungssystem benötigen, um ihre Arbeit zu erledigen.

Was macht das Lymphsystem?

Das klingt alles kompliziert, aber kurz gesagt, das Lymphsystem sorgt dafür, dass alle Abfallstoffe, die nicht in den Körper gehören, entfernt werden, so dass Platz für die Versorgung mit den notwendigen Nährstoffen bleibt. Dieser Prozess bildet die Basis einer guten Erholung von einem Trauma. Weil es eine wichtige Rolle bei der Immunantwort des Körpers spielt, sorgt ein gut funktionierendes Lymphsystem für eine bessere allgemeine Widerstandsfähigkeit.

Wenn wir dies auf die CPL anwenden, können wir sehen, dass Probleme mit den Beinen fast immer die Folge eines »Traumas« sind. Dies kann eine nadelstichgroße Wunde sein, die man nicht einmal mit dem bloßen Auge sehen kann, oder ein ernsthafteres Problem. Als Folge dieses Traumas kommt es zu Gewebeschäden in der Haut. Wenn das Lymphsystem richtig funktioniert, werden die durch eine Wunde eingedrungenen Eindringlinge unschädlich gemacht und zusammen mit den beschädigten Gewebestücken entfernt. Auf diese Weise wird im Gewebe Platz geschaffen, um neue Baustoffe über die Blutbahn heran zu transportieren und die Genesung zu starten.

Wenn nicht genügend Nährstoffe in das Gewebe gelangen, sucht der Körper nach einer anderen Lösung, um die Genesung zu ermöglichen. Diese wird jedoch eher halbherzig sein. In einer solchen Situation setzt der Körper Prioritäten: Ein Blutgefäß wird immer vor einem Lymphgefäß repariert. Es ist funktional lebenswichtiger. Was in dieser Mangelsituation an Baustoffen übrig bleibt, wird in die Lymphgefäße eingebracht. Das reicht oft nicht, um die Lymphgefäße vernünftig arbeiten zu lassen. Das Ergebnis ist, dass mehr Flüssigkeit in den Beinen verbleibt und Bindegewebe anstelle von korrekt repariertem Gewebe verbleibt. Sollte es erneut zu einem Trauma kommen, wird dieser Prozess weiter intensiviert. Schließlich kann es vorkommen, dass das Bein eines Pferdes voller Bindegewebe ist, in dem kaum noch wirksame Lymphgefäße vorhanden sind. [Die weiter oben beschriebene genetische Veranlagung der Elastinschwäche befeuert diesen Teufelskreis. Anm.d.R.]

Wie weiter oben erwähnt, reagiert das Lymphsystem auf Druckveränderungen, die normalerweise durch Muskelkontraktion und -entspannung in einem Körper entstehen. Deshalb ist die Bewegung ein so wichtiger Faktor für das reibungslose Funktionieren des Lymphsystems. Es funktioniert nicht gut, wenn konstanter Druck von außen ausgeübt wird. Dieser Druck kann körperlich, aber auch geistig sein. Ein Pferd, dem wenig Zeit gegeben wird, um ab und zu »den Knopf frei zu bekommen« und sich völlig zu entspannen, kann schneller Probleme entwickeln. Dies ist heutzutage vor allem bei Sportpferden zu beobachten. Aber auch andere Pferde können Druck erfahren, ohne dass es vom Besitzer beabsichtigt ist.

Was macht die Lymphe glücklich?

Nachdem Du nun ein gewisses Verständnis für die Funktionsweise des Lymphsystems hast, wirst Du bald feststellen, dass wir als Pferdebesitzer regelmäßig einige unangenehme Handlungen für das System ausführen. Wenn Du dies beachtest, kannst Du einiges berücksichtigen, um Dein Pferd optimal zu unterstützen. Nachfolgend werden einige praktische Beispiele besprochen, die die Entwässerung des Lymphsystems negativ beeinflussen können und was Du eventuell ändern kannst. Einfaches Beispiel: Stallmanagement. Pferde, die sich oft im Stall befinden, »sperren« das Lymphsystem ein, so dass feste Beine ein bekanntes Phänomen sind. Viel entspannte Bewegung im Paddock oder auf der Wiese kann das ändern.

Einer der Aktivatoren des Lymphsystems ist der Hufmechanismus. Eine gute Hufpflege sollte daher nicht aus den Augen verloren werden, denn der Hufmechanismus befindet sich an der Basis des Pumpsystems in den Beinen. Er wird durch die Eisen stark eingeschränkt. Decken und Zaumzeug sind oft an Stellen, die für das Lymphsystem sehr wichtig sind. Weil es sich so dicht an der Oberfläche befindet, ist es relevant zu prüfen, ob Deine Sachen immer gut passen. Viele Pferde müssen mit viel körperlichem und geistigem Druck umgehen. Denke nur an Training, Langzeittransporte, Wettkämpfe etc. Dies sind Situationen, in denen Stress manchmal vorherrscht und in denen ein gutes Stressmanagement eine Lösung bieten kann. Nach dem Training kann es eine gute Möglichkeit sein, Dein Pferd entspannt abzureiten, um die während des Trainings aufgebauten Spannungen zu lösen. Ein gemeinsamer Waldspaziergang kann manchmal für beide Seiten beruhigend sein. Auf diese Weise kann sich Stress abbauen und sich nicht im Körper anhäufen. Das wäre für die Gesundheit kontraproduktiv – für Mensch und Tier.

Oft wird eiskaltes Wasser zum Abspülen der Beine nach dem Reiten verwendet. Obwohl die Meinung bei diesem Thema geteilt ist, können wir allgemein sagen, dass sich die Verwendung von etwas weniger kaltem Wasser angenehmer anfühlt. Die Folge ist, dass die Lymphgefäße nicht vollständig zusammengedrückt werden und ihr Transport nicht vollständig »auf Eis« liegt.

Bandagen sind in der Pferdewelt immer noch ein alltäglicher Gegenstand. Leider sorgen diese dafür, dass das oberflächliche Lymphgefäßsystem in den Beinen in seiner Funktion eingeschränkt ist und sogar abgeklemmt werden kann. In den Beinen muss der Transport gegen die Schwerkraft erfolgen, was an sich schon eine große Anstrengung für den Körper erfordert. Die Ventile des Systems arbeiten nur in einer Richtung, so dass ein falsch konstruierter Verband diesen beschädigen kann.

Der Druck muss immer von unten nach oben ausgeübt werden. Sollte Ihr Pferd während des Transports oder während einer Stallperiode vorübergehend Unterstützung benötigen, gibt es heute Kompressionsprodukte, die bei kurzer Anwendung einen großen Unterschied machen können.

Was kann man tun, wenn alle einfachen Maßnahme nicht greifen?

Die Manuelle Lymphdrainage ist eine Massagetechnik, bei der das Lymphsystem von außen angeregt wird, indem die Druckveränderung auf das oberflächliche System und einige tiefere Lymphknoten entspannt angewendet wird. Da alle Lymphbahnen miteinander verbunden sind, kann der oberflächlich erzeugte Saugeffekt tiefer liegende Strukturen verändern. Die gesamte Lymphe muss vorne auf der Ebene des Herzens abgeführt werden, daher ist es verständlich, dass viele Probleme mit den Hinterbeinen lange brauchen, um sich zu erholen. Diese Lymphe muss einen längeren Weg gehen.

MLD-Therapeuten können ihre Behandlung durch den Einsatz von Lymphband und Kompressionsstrümpfen unterstützen. Diese werden ebenfalls in der Humanmedizin eingesetzt. Für Pferde sind angepasste Strümpfe entwickelt worden. Sie unterstützen den Körper in seiner lymphatischen Funktion und können für definierte Zeiträume eine Lösung bieten, damit die Arbeit des Therapeuten länger anhält. Man muss berücksichtigen, dass das Lymphsystem sehr spezifisch behandelt werden muss, eine falsche Richtung oder Stimulation kann Schäden verursachen! Deshalb ist es immer wichtig, einen gut ausgebildeten Therapeuten zu kontaktieren. Es gibt Situationen, in denen die manuelle Lymphdrainage nicht die beste (oder erste) Wahl ist, genau wie die Kompression. Diese können manchmal erst in einem späteren Stadium der Behandlung eingesetzt werden.

MLD für CPL

Obwohl CPL eine chronische Erkrankung ist, bei der die Vererbung eine Rolle spielt, kann die MLD eine sehr gute Ergänzung zum Management eines Pferdes mit CPL sein. Es wirkt unterstützend auf die allgemeine Widerstandskraft und fördert die Wundheilung. Darüber hinaus wirkt es sich auf die psychische Gesundheit Ihres Pferdes aus, so dass das Tier lernt, sich besser zu entspannen und Spannungen in seinem Körper selbst abbauen kann. Wenn das Lymphsystem optimal funktioniert, erholt sich das Pferd schneller und besser von einem Trauma und wird weniger verletzungsanfällig, da seine Transportkapazität größer ist. Im Falle einer kleinen Wunde kann der Körper dann alles selbst lösen, so dass Sekundärinfektionen beseitigt werden. Eine manuelle Lymphdrainage-Behandlung ermöglicht es dem Pferd, sich über sein natürliches System zu reinigen und seine Erholung und Regeneration zu steigern.

Pferde mit CPL haben es bereits schwerer, was die Transportkapazität betrifft. Daher ist es sicherlich ratsam, die MLD von einem erfahrenem Therapeuten durchführen zu lassen. Je eher man anfängt, das Lymphsystem zu unterstützen, desto besser kann es weiterhin funktionieren. Schaden rückgängig zu machen ist viel schwieriger als ihn zu verhindern. Aber: MLD darf nicht als alleinige Therapie der CPL verstanden werden.

Daher werden bei der Behandlung von Pferden mit CPL immer die positiven und weniger positiven Teile des Umfeldes des Pferdes berücksichtigt und Verbesserungen, wo möglich, in Absprache mit dem Besitzer vorgenommen.

Link zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen

Weiterführende Links und aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen findet man in der gut aufgereiteten Übersicht dieser schweizer Seite.